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3. DEZ 2017

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Zum vierten Mal Svante Båth

Nichts wurde es mit dem insgeheim erhofften ersten Heimsieg für ein Pferd aus Malmö seit Lutfi Kolgjinis 2013er Triumph mit Onceforall Face in Schwedens ältestem und zugleich letztem Zuchtrennen der Saison.

Zum vierten Mal schrieb sich Svante Båth mit einem seiner Schützlinge in den erstmals 1926 ausgetragenen Svensk Uppfödningslöpning, Schwedens renommiertestes, aber nicht immer höchst dotiertes Rennen für Zweijährige, ein und schaffte gemeinsam mit Catchdriver Erik Adielsson die »Titelverteidigung«, was übrigens auch für den Vater des siegreichen Global Welcome gilt: Vorjahrssieger Coin Perdu, am 28. November mit einem leichten Erfolg in der E3-Revanschen als 5,120 Millionen Kronen reicher Dreijähriger in die Winterruhe entlassen, ist ebenfalls von SJ´s Caviar gezeugt geworden.

Damit untermauerte der im Vorjahr von Bergsåker mit Sack, Pack und mehr als 150 Schützlingen - derzeit stehen 183 auf seiner Trainingsliste - ins zentraler gelegene Solvalla übersiedelte 53-Jährige einmal mehr seinen Ruf, einer der besten, wenn nicht gar der beste Vorbereiter junger Pferde in Schweden zu sein. Überraschend kam der Erfolg nicht, hatte er doch die beiden Qualifikationsläufe in Solvalla dominiert und fünf von sechs dort ermittelten Finalisten gestellt. Wobei Global Welcome nicht der schnellste, wohl aber der souveränste der vier Vorlaufsieger war. Die Wetter indes brachten bei 26:10 Lutfi Kolgjinis Smokin Joe einen Tick mehr Vertrauen entgegen, und »Ludde« gab seinen Fans in gewohnter Manier denn auch reichlich Futter. Während sich Båths fünfte Farbe Self Explosive mit einem Startfehler aus den 1640 Metern katapultierte, schnappte sich Per Nordström mit Önas Nougat blitzschnell das Kommando.

Das konnte Kolgjini in seinem »Wohnzimmer« nicht auf sich sitzen lassen und drückte mit dem Sohn seines zweifachen »Åbergs«-Siegers Lavec Kronos in halsbrecherischer Manier, bis er dem anderen Jägersroer Quali-Sieger nach 550 Metern endlich die Führung abgeluchst hatte. Höchst anspruchsvolle 1:10,2 hatte der Zeitnehmer für diesen ersten Abschnitt auf der Uhr, und man konnte bereits ahnen, dass die beiden Kampfhähne die Zeche für diesen Aufwand würden zahlen müssen. Erik Adielsson hatte sich aus dem Gemetzel, obwohl direkt im Rücken Smokin Joes liegend, wohlweislich herausgehalten und schob sich erst auf dem zweiten Abschnitt mit Racing Brodda, Filur Sisu und Teton Lindyman als Verfolger Schritt für Schritt auf Augenhöhe zu Smokin Joe vor.

Eingangs der Schlusskurve forderte er dann eine deutlich höhere Schlagzahl ein - der Kilometer wurde in 1:13,3 gestoppt - und hatte Smokin Joe ausgangs derselben schwer am Wickel. Wie sein zweibeiniger Namensgeber Joe Frazier beim Fight gegen Muhammad Ali ging der Schwarzbraune schwer KO und teilte mit Önas Nougat das Schicksal, nicht mal auf einem der sechs honorierten Plätze zu landen. Wie aus einem Guss präsentierte sich trotz der »Todesspur« Global Welcome. Turmhoch überlegen konnte sich Adielsson drei Längen voraus frühzeitig für die Fotografen in Position bringen bzw. umschauen, was sich weit hinter ihm abspielte. Was er sah, dürfte den 43-Jährigen erfreut haben.

Aus dem Rudel der Verfolger schälte sich mit dem von Örjan Kihlström klug im vierten Paar innen beschäftigten Attraversiamo ein weiterer Båth-Schützling heraus, der Racing Brodda um einen »Hals« Rang zwei ablief. Båths Glück machte der stets am Ende liegende Fortune Mearas mit Platz vier vor Devil Sound und Filur Sisu, Per Nordströms zweiter Waffe, perfekt. Erst dann kam ein schwer »gezeichneter« Smokin Joe am Zielrichter vorbei.

Für Global Welcome war es beim sechsten Engagement der fünfte Volltreffer - einmalig vergaloppiert hatte er sich im lukrativen Svampen Örebro -, und weil der Dunkelbraune wie alle anderen Mitstreiter für die »Premiechancen« nominiert war, wurde ihm »doppelt Geld« und damit 1,4 Millionen statt der ursprünglich ausgelobten 700.000 Kronen angeschrieben. Mit 1.745.000 Kronen »Speck« geht er nun nach seiner ersten Saison in die Winterruhe. »Ein unglaublich robuster Typ, der mich sehr an Coin Perdu erinnert. 500 Meter vor dem Ziel hab ich mich gefragt, ob es wirklich so leicht gehen kann, dieses anspruchsvolle Rennen erneut zu gewinnen«, schilderte Adielsson. Mit 1:13,1 geht Global Welcome als drittschnellster Sieger nach Coin Perdu (1:12,7) und Denim Boko (2012; 1:12,9) in die Geschichte ein.

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Samstag, 02.12.2017
Jägersro / Schweden
Svensk Uppfödningslöpning (Finale)
1.400.000 Skr - 1640 m - Autotart
Zweijährige

1.Global WelcomeErik Adielsson1:13,133
2.AttraversiamoÖrjan Kihlström1:13,556
3.Racing BroddaMattias Djuse1:13,5190
4.Fortune MearasUlf Ohlsson1:13,91020
5.Devil SoundAnders Zackrisson1:14,0849
6.Filur SisuPeter Ingves1:14,1118
7.Smokin JoeLutfi Kolgjini1:14,326
8.Önas NougatPer Nordström1:14,5106
9.Teton LindymanJohnny Takter1:14,6398
10.FiddlesticksJohan Untersteiner1:16,6530
11.AjabajaChristoffer Eriksson1:17,4128
 Self ExplosiveKim Mobergd.r.521

Global Welcome - 2j. H. v. SJ´s Caviar a.d. Share The Promise v. Yankee Glide
Sieg: 33:10 - Platz: 18 - 17 - 29:10 - Zwilling: 83:10 - Dreierwette: 1.341:10

Adrian Kolgjini für den Rahmen

Dafür, dass der Stall von »Kolgjini & Sohn« trotz der krachenden Niederlage Smokin Joes nicht in Sack und Asche gehen muss, sorgte der Junior in den beiden anderen, die Königswette einrahmenden Höhepunkten. Nach einem Blitz-, der nach einem Fehlstart roch war der oft längst nicht im Harakiri-Stil seines Vaters agierende 24-Jährige im Johan Jacobssons Minne, bei dem die Vierjährigen 20 Meter aufzuholen hatten, mit Neelix sofort vor den Bandkameraden Red White N Blue, Exquisite Sisu und dem durch die Außenspur pflügenden Favoriten Spickleback Face Chef im Ring.

Unbedrängt führte der Raja Mirchi-Wallach durchweg mit zwei, drei Längen, legte in der Schlusskurve einen Gang zu und stürmte, sechs Längen voraus, zum sechsten Erfolg der erst in dieser Saison begonnenen Karriere, der ihm mit 150.000 Kronen den üppigsten Scheck bescherte. Überraschend keine Sonne sahen die Älteren. Insbesondere der 5,5-fache Millionär Deimos Racing war aus dem zweiten Paar außen eine herbe Enttäuschung, kam hinter dem sich in der »Todesspur« prächtig verkaufenden Spickleback Face und Red White N Blue lediglich auf Platz vier und bescherte seinem Ausbilder Svante Båth einen unvermutet herben Wermutstropfen.

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Samstag, 02.12.2017
Jägersro / Schweden
Johan Jacobssons Minne
301.500 Skr - 2140 m - Bänderstart
Drei- und Vierjährige

1.NeelixAdrian Kolgjini1:14,168
2.Spickleback FaceRobert Bergh1:14,722
3.Red White N BlueUlf Ohlsson1:14,9327
4.Deimos RacingErik Adielsson1:14,234
5.Electric LightPeter Untersteiner1:14,4109
6.Exquisite SisuPer Nordström1:15,1291
7.Friend Of NatureLutfi Kolgjini1:14,4317
8.Racing MangeJoakim Lövgren1:14,782
9.Carl LewisÖrjan Kihlström1:20,0188
-NS-Elle Mearas   

Neelix - 3j. W. v. Raja Mirchi a.d. Yankee Bash v. Self Possessed
Sieg: 68:10 - Platz: 22 - 15 - 54:10 - Zwilling: 74:10 - Dreierwette: 3.121:10

Dantes Inferno

Weil´s so gut geklappt hatte, sah Adrian Kolgjini keinen Grund, die Taktik in der abschließenden Gulddivisionen für Dante Boko zu ändern, die ohnehin für den Wallach als »aufgelegtes Ding« daherkam. Vor fünf Wochen hatte Going Kronos’ erfolgreichster Nachkomme hier auf seiner Heimatbahn vorneweg beim Sieg im C.L. Müllers Memorial eine deftige Kostprobe seines überragenden Könnens gegeben, sich dann vor sieben Tagen im Gulddivisionen-Finale außen herum an Västerboonthenews und Poochai die Zähne ausgebissen.

Von diesem Kraftakt zeigte sich der bullige Braune im an den auf der Höhe seines Schaffens beim Brand seines Transporters ums Leben gekommenen Meadow Prophet erinnernden Mittelstrecken-Vergleich bestens erholt, machte von der »3« für die Führung sofort Nägel mit Köpfen und zog unbehelligt vor Trainingskamerad Olympic Kronos, Tripolini V P, Harry Haythrow und Deuxieme Picsous seiner Wege. Auch Cruzado Dela Noches Zwischenspurt, der den Sieger des Deutschland-Grand Prix 2016 für die Schlussrunde vor Shadow Woodland, Global Money, Caïd Griff und Rocky Winner an seine Seite brachte, beeindruckte den Siebenjährigen nicht.

400 Meter vor dem Pfosten ließ Kolgjini junior die »Auf-Wiedersehen«-Klappe fallen und entschwand auf zehn Längen am Horizont zum 22. Erfolg seines vierbeinigen Partners. Maßarbeit lieferte mal wieder Örjan Kihlström, der Caïd Griff ganz spät, dafür umso gewaltiger aus dem »Nichts« ins Gefecht warf und die Kopf an Kopf kämpfenden Tripolini V P und Cruzado Dela Noche um eine Länge links liegen ließ.

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Samstag, 02.12.2017
Jägersro / Schweden
Meadow Prophets Minne
301.500 Skr - 2140 m - Autostart
FFA

1.Dante BokoAdrian Kolgjini1:11,923
2.Caid GriffÖrjan Kihlström1:12,947
3.Tripolini V.P.Jeppe Juel1:12,998
4.Cruzado Dela NocheJohnny Takter1:12,930
5.Rocky WinnerErik Adielsson1:13,0450
6.Global MoneyRobert Bergh1:13,2560
7.Olympic KronosLutfi Kolgjini1:13,6345
8.Deuxieme PicsousJohan Untersteiner1:14,3525
9.Harry HaythrowPeter Untersteiner1:14,4240
10.Shadow WoodlandUlf Ohlsson1:15,0161

Dante Boko - 7j. W. v. Going Kronos a.d. Margherita Rose v. Abo Volo
Sieg: 23:10 - Platz: 13 - 15 - 15:10 - Zwilling: 56:10 - Dreierwette: 339:10

Eine fast schon heroisch zu nennende Vorstellung lieferte in der Bronsdivisonen der Lasbeker Juan ab. Nach äußerst mäßigem Bänderstart als Vorletzter in die 2640 Meter weite Partie gekommen, bediente sich der einstige Seriensieger auf der zweiten Runde in dritter Spur halbwegs der Zugdienste Staro Ivy Leagues. Obwohl der Fuchs mit der charakteristischen Blesse von Peter Ingves bereits im Schlussbogen getrieben werden musste, marschierte er unverdrossen weiter, zog sich an den vor ihm liegenden Gespannen mit eiserner Energie um eine Länge vorbei und dampfte als 189:10-Außenseiter nach 1:15,1 die bis dahin noch im Millionenspiel befindlichen V75-Systeme auf 2.045 ein.

Spülte dieser Kraftakt 110.000 Kronen in die »Kaffeekasse«, so trug auch Jairo mit Platz zwei in der Silverdivisionen sein Scherflein für das Nobelgestüt im Nordosten von Hamburg bei. Allein Robert Berghs nach 500 Metern in Front gedüsten Angle of Attack, der sich trotz der harschen 1:07,9-Anfangsphase locker mit zwei Längen in 1:13,9 / 2140 Meter durchsetzte, vermochte der am Start sofort zurückgenommene Love You-Sohn nicht mehr einzusammeln.

Im Rahmenprogramm wurde die kleine Siegesserie Liparis gestoppt. In der mit einigem Aufwand eroberten Spitzenposition wurde der von Joakim Lövgren pilotierte Lasbeker um eine halbe Länge von Coolkindacrazed (Peter Ingves) niedergerungen und musste sich nach 1:16,2 zu 1:16,1 mit 15.000 Kronen trösten. Dem Lasbeker Feiertag setzte in der abschließenden Prüfung, einem über 1640 Meter führenden Lärlingslopp, Litana die Krone auf. Jan Hansen herrschte vom Fleck weg mit »eiserner Faust« und setzte den Rest, aus dem sich der ehemalige Kooyman-Schützling Sabsevar As als Beste entpuppte, mit der 25:10-Favoritin vier Längen voraus schachmatt. Lohn der 1:14,5 schnellen Mühen waren 40.000 Kronen.

Den ersten Akzent an diesem zumindest auf unterer und mittlerer Ebene »denkwürdigen« Tag der Deutschen setzte Conrad Lugauer, der zu Beginn des Renntags mit dem Schweden Harran Boko zum dritten Mal in Folge nicht zu boxen war. Nach 700 Metern beorderte Lugauer den Wallach in die »Todesspur«, sorgte 700 Meter weiter für eine enorm erhöhte Schlagfrequenz, trieb Tempomacher New Powerball Mitte der Schlusskurve in Galopp und flog unangefochten mit neun Längen Vorsprung in 1:15,7 / 2140 Meter nach Hause, was dem 16:10-Favoriten 30.000 Kronen bescherte. - (mw)

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